Zum Tode von Theater-Leiter Traugott Scholz


Das Theater Château Pech trauert um seinen Prinzipal Dr. Traugott Scholz. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin und Regisseurin Gundula Schroeder, hatte Scholz die beliebte kleine Wachtberger Bühne 1998 gegründet und seitdem mit ihr zusammen geleitet.
Am 30. April 2021 starb er im Alter von 86 Jahren zu Hause und, wie es sein Wunsch war, mit der engsten Familie an seiner Seite.


Traugott Scholz wurde 1934 in Königsberg geboren und wuchs nach dem Krieg als Ältester von 6 Geschwistern in Hetzelsdorf in der fränkischen Schweiz auf. Nach seinem Studium der Physiklernte er während seiner Promotion in Heidelberg die Schauspielerin Gundula Schroeder, die Liebe seines Lebens, kennen. Schroeder begleitete ihn zu Forschungsarbeiten in die USA, bevor beide 1970 in Wachtberg-Pech ansässig wurden und hier mit ihren Kindern ein gemeinsames Zuhause fanden.


Physiker und Theater-Mann
Bis zu seiner Pensionierung war Traugott Scholz als Physiker im Bundes-Umweltministerium für den Lärmschutz tätig und engagierte sich bereits in den Siebziger Jahren für Klimaschutz und für einen respektvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten.
Mit Abschluss seiner Beamtenlaufbahn startete Traugott Scholz seine zweite Berufung als Schauspieler und Organisator des Kellertheaters Château Pech. Seine erste Rolle war der Moebius in „Die Physiker“ von Dürrenmatt.


Paraderollen und besondere Begrüßungen
Als weitere Paraderollen spielte Scholz u. a. den Malvolio in Shakespeares „Was Ihr wollt“,  jeweils den Ehemann von Gundula Schroeder in „Tartuffe“ und in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“.
Den Zuschauern werden außerdem seine besonderen Begrüßungsansprachen vor jeder Vorstellung in Erinnerung bleiben - und die gastfreundliche Einladung an alle, nach der Vorstellung noch zu einem Glas Wein im ‚Salon‘ des Hauses Scholz zusammenzukommen.


„Warten auf Godot“
Den Höhepunkt seiner Theaterzeit erlebte er, als er, in der Regie seine Frau, zusammen mit seinen Brüdern Freimut und Volker, seinem Enkel Jonathan und seinem „Ehrenbruder“ Bernhard den Estragon in „Warten auf Godot“ gestalten konnte.


55 Jahre GLÜCK
Er selbst bezeichnete die Theaterzeit als „die schönsten Jahre unseres gemeinsamen Lebens“ - und beschrieb die gesamten 55 Jahre an der Seite seiner Frau mit der mathematischen Formel: Zwei Jahre Heidelberg, drei Jahre Amerika, 50 Jahre Pech = 55 Jahre GLÜCK.


Tiefe Freundschaften
Mit den langjährigen Schauspielerinnen und Schauspielern des Kellertheaters Château Pech verband Traugott Scholz eine tiefe Freundschaft, ebenso genoss er auch die inspirierenden Begegnungen mit vielen Menschen aus dem Stammpublikum.
Durch Corona musste das Theater im vergangenen Jahr kurz vor der geplanten Premiere die Proben zu Kleists „Der zerbrochene Krug“ einstellen. Gundula Schroeder wird nach der Pandemie gemeinsam mit dem Ensemble entscheiden, wie es ohne Traugott Scholz weitergehen kann.

 

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